Ziddelwandern - Wenn Ziddels Wandern

Der HW-2003 - Bericht

von Udo
Blick vom Raubschloß zum Neuen Wildenstein
Ausblick vom Hinteren Raubschloß Richtung Neuer Wildenstein
(f)Rico


Mithilfe der Rolf Böhm-Wanderkarten hatte ich Anno 2003 die Wanderung geplant, und mit eben diesen Karten sowie mit den PC-Programmen Magicmaps Sachsen 3D und der ziemlich genialen Freeware GPS-Track-Analyse habe ich nun, vier Jahre später, versucht, die Route zu rekonstruieren und auszuwerten. Das Ergebnis dieses Versuches findet Ihr hier.

Die Wanderroute in der Übersicht:
Wanderkarte
Kartenmaterial: ©Landesvermessungsamt Sachsen, TK 1:25.000
Software: ©MagicMaps GmbH, Sachsen 3D
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Statistik:

Länge der Wanderung:
ca. 23 km

Minimale Höhe:
118 m

Maximale Höhe:
556 m

Überwundene Höhenmeter Bergauf:
über 1000m

Überwundene Höhenmeter Bergab:
über 1000m



Leider ist die Wanderung, wie schon erwähnt, zum Zeitpunkt des Berichtschreiben bereits vier Jahre her. Deswegen habe ich mir erlaubt, die Teile, die mir nicht mehr in Erinnerung sind, gnadenlos dazuzuphantasieren. In diesem Bericht stimmt außer den Wanderroutendaten, äähhh, nicht alles. Aber immerhin hatte ich Spass beim Schreiben, dass muss fürs Erste reichen. Fürs Zweite habe ich noch ein paar Bilder ergänzt, welche von Rico zur Verfügung gestellt wurden - Danke! Und fürs Dritte fällt hoffentlich niemandem auf, das aus den von mir bei der Vorbereitung geschätzten 30 km nach dem nachmessen via PC-Programm nur 23 km übrig geblieben sind...

Start der Wanderung ist Schmilka, hier kann man z.B. prima mit dem Zug anreisen, falls nicht irgendwer bei der Bahn gerade mal in Streiklaune ist. Das war bei uns zum Glück nicht der Fall, so dass eine beinahe problemlose Anreise möglich war. Ok, die Auswertung der Wandermails sorgte für ein paar Geheimabsprachen, Streiter- und Prügeleien und eine weiterfahrt in drei verschiedenen S-Bahnwagen, aber auf der Fähre, mit der man dann die Elbe quert, ist wenig Platz, so dass hier die erste Versöhnungsfeier stattfand.
Am anderen Elbufer angekommen (wir befinden uns auf ca. 118 m Höhe über NN) überschreiten wir erstmal eine gelegentlich viel befahren Straße (die B172), um dann immer bergan aufwärts zu steigen. Da ich die Wanderung geplant habe und weiss, dass das jetzt ne ganze Weile so weiter geht, jammer ich schon mal ne Runde, obwohl ich noch gar keine Beschwerden habe. Die kommen aber schon noch. Wir gehen aber trotzdem weiter bis wir noch in Schmilka an ein paar Bänken und einer großen Informationstafel angekommen sind, um uns dort nach Rechts zu wenden. Ja, wir wählen den steilstmöglichen Anstieg zum Winterberg und folgen dem Bergsteig nach oben. Wir kreuzen einmal die Winterbergstraße und gehen weiter den steilen Weg nach oben.
Beim nächsten Treff auf die Winterbergstraße biegen wir nach links auf diese ein. Es geht zwar weiterhin bergan, nun aber nicht mehr so steil, und zwar bis wir oben auf dem Großen Winterberg angekommen sind. Zwar gibt es hier oben keine Aussicht, dafür gibt es eine sehr gute Gaststätte (mit Hotel, falls der Aufstieg unerwartet mal etwas länger dauert...), über deren Öffnungszeiten und mehr man sich hier informieren kann. Und man kann sich rühmen, von Schmilka aus immerhin fast 440 Höhenmeter überwunden zu haben.

Da wir hier auch schon mit 556 m den höchsten Punkt unserer Wanderun erreicht haben (was nicht heisst, dass keine steilen Anstiege mehr kommen...), folgt hier mal via 3D-Höhenmodell der ungefähre Verlauf der Wanderung samt der Höhepunkte:
3D-Höhenmodell der Wanderung
Software: ©GPS-Track-Analyse
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Am Krinitz-Grab
Jens und Udo am Grab bzw. Gedenkstein von Gotthard Krinitz.
Der Eindruck, dass Jens ein Nachfahre von den Räubern
und Udo deswegen leicht ängstlich ist, täuscht übrigens - vermutlich...
(f)Rico
An dieser Stelle muss ich ein klein wenig improvisieren, da ich den genauen Streckenverlauf nicht mehr kenne. Auf jeden Fall geht es bergab (logischerweise) und es geht in Richtung Katzenstein, vermutlich auf dem Fremdenweg. Weiter geht es ein Stück auf dem Reitsteig und irgendwie in Richtung Krinitzgrab und Richtergrotte / Richterschlüchte. Das Grab ist, glaube ich, sogar irgendwo mal ausgeschildert. Wer die Tour nachwandern will, sollte sich natürlich nicht auf meinen Glauben verlassen, sondern auf seine Wanderkarte. Außerdem habe ich ganz unten noch die Tour als GPS-Route verlinkt, die ich mit Magicmaps erstellt habe.
Sobald wir nun am Grab sind, an welchem man übrigens, wenn man oben an den Felsen entlang läuft, gerne auch mal vorbeigeht, geht es nach einer kurzen Gedenkminute an den hier ausgeraubten und erschlagenen Gotthard Krinitz weiter abwärts zur Richtergrotte. Diese Grotte bietet bei gelegentlichen Schauern einen guten Unterschlupf oder bei zuviel Sonne einen schattigen Rastplatz.
Richtergrotte
In der Richtergrotte
(f)Rico
Wir rasten auch ohne Sonne und ohne jemanden zu richten, so dass es zu dritt weitergeht durch die romantischen Richterschlüchte. Im Moment gibts auch keine Streitereien zu schlüchten, so dass auch hier der Richter Richter bleiben darf und wir weiterhin unversehrt nun nach rechts auf den Großen Zschand abbiegen - und zwar nur, um knapp 200 Meter weiter nochmals abzubiegen in die Weberschlüchte. Mehr oder weniger sanft schlüchtet sich der Weg nach oben bis wir schliesslich an einen größeren freien Platz ankommen, welcher mit der Webergrotte abschliesst.
Webergrotte
In der Webergrotte, die Webstühle haben wir schon wieder abgebaut.
Die steinerne Treppe ist ein leider verbotener Weg.
(f)Rico
Theoretisch könnte man von hier aus Richtung Osten einen Felsen hochkrabbeln. Dies fordert aber zum einen ein wenig Klettergeschick (da diverse Kletterhilfen entfernt worden) und ist zum anderen verboten (deswegen sind die Kletterhilfen entfernt worden!) - wir befinden uns nämlich in der Kernzone des Nationalparks und dort wurden einige Wege zurückgebaut. Da sich die Wanderziddels vorbildlich an das im Nationalpark geltende Wegegebot halten, laufen wir nun zurück (ja, die Weberschlüchte sind eine Sackgasse - und zwar eine Sackgasse, die wegen der Grotte Spass macht, echt grottig, was!) bis wir wieder am Großen Zschand sind.

An der Hickelhöhle
Wie ichs mit meinem Pickel gröhle*
wir rasten an der Hickelhöhle!
* = gemeint ist natürlich das Werkzeug und nicht
die natürlichen Erhebungen in Gesichtern.
(f)Rico
Auf dem Baume sitzt der Rico
Unter dem Baum geht der Weg durch und Rico
wartet nur darauf, irgendjemanden
zwecks Raubüberfall anzuspringen.
(f)Rico
Auf dem breiten Weg laufen wir nun einen reichlichen Kilometer und lassen unseren Blick dabei nach rechts und links übers Grüne und die Thorwalder Wände schweifen, bis wir schliesslich nach links mal wieder schlüchten gehen. Da es mal wieder bergauf geht, schlucken wir, und zwar ebenfalls auf. Der Schluckauf hört sich wie Hicks an und so wissen wir, es geht durch die Hicks... pardon, durch die Hickelschlüchte zur Hickelhöhle. Da unsere letzte Rast schon über 15 Minuten her ist, wird natürlich mal wieder pausiert, immerhin ging es grade auch wieder bergauf
Nun, nachdem wir wieder schön gerastet haben reiten wir weiter auf dem Schlangensteig. Hmm... oder schlängeln wir uns auf dem Reitsteig lang? Hmm, auf jeden Fall sind Beine im Spiel, und genau diese haben leider auch Knie. Tja, und eins davon bekommt der eigentlich sonst nur am PC hockende Udo dann zu spüren, als es steil den Großen Hochhübelweg bergab geht. Der jammert also still in sich hinein, die anderen dürfen davon natürlich nix merken, das wäre uncool! Ja keine Schwäche zeigen! Ha! Aua...
Endlich unten angekommen geht es nach rechts und ab zum Zeughaus. Endlich Pause! Herrlich! Also wird die Gaststätte leer bestellt, denn je mehr auf dem Tisch steht, desto länger dauert es, bis es weiter geht.
Aufstieg zum Hinteren Raubschloß
Gut gelaunt wird aufgestiegen
zum Hinteren Raubschloß
auf dem Winterstein!
(f)Rico
Nach gefühlten fünf Minuten führt uns unser Weg noch ein Stück durch den Großen Zschand in Richtung Kirnitzschtal entlang, bis wir nach links Richtung auf die Zeughausstraße abbiegen. Wir gehen mal wieder aufwärts, schliesslich führt uns unser Weg zum Hinteren Raubschloß. Und obwohl das Raubschloß auf dem Winterstein ist, ist uns nicht kalt. Ich erwähnte ja schon: es geht den Berg bzw. den Stein hoch. Zum Glück hatten die Räuber vergessen, die Leiter einzuziehen, so dass wir diese senkrecht nach oben klettern konnten. Noch ein paar Stufen, und man konnte einen herrlichen Ausblick geniessen - nun, zumindest zwei Drittel der Wanderziddels, aber aus Höflichkeit verschweige ich mal, dass einer von uns auf halber Höhe stehen geblieben ist und von dort die Aussicht genossen hat.
Blick vom Raubschloß zu den Lorenzsteinen
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Ausblick vom Hinteren Raubschloß Richtung Lorenzsteine
(f)Rico


Nachdem wir Genossen genug genossen haben, geht es wieder abwärts und wir schlängeln uns mal wieder, dieses mal an den Pechofenhörnern und dem Bärenhorn entlang. Udo kann zwar kaum noch und auch Jens schnauft schon ein wenig, aber es geht ja nur noch einmals bergauf. Und zwar richtig. Ein kleiner Stich für den immer noch taufrischen Rico, eine Tortur für den schwächelnden Udo.
Aufstieg durchs Heringsloch
Während Rico frisch zum Fotografieren nach vorn spurtete,
nutzte Udo geschickt eine Schuhzubindepause von Jens,
um sich und seinen gequälten Gesichtsausdruck aus dem
Bild zu bringen - was ihm auch beinahe gelungen wäre.
(f)Rico
Was solls, das Heringsloch will überwunden werden, und während wir darüber sinieren, warum das Heringsloch wohl Heringsloch heißt, frage ich mich innerlich, warum ich keine Route durchs flache Land geplant habe. Und meine Knie freuen sich schon mal auf den knallharten Abstieg, den kaum sind wir oben angekommen, queren wir den Roßsteig und schon führt uns der Wurzelweg wieder bergab. Es wird lanngsam dunkel, ob dass nun am langsamen Untergehen der Sonne oder der Erschöpfung liegt, darüber mache ich mir keine Gedanken.
Als wir wieder in Schmilka stehen, sind wir drei natürlich alle wieder absolut frisch und reden spontan darüber, nochmal schnell irgendwo irgendeinen Stein erklimmen. Aber leider kommt grade die Fähre, und wie es der Zufall will kommt auch gleich ein Zug. Außerdem hat man ja noch Termine und so weiter und sofort. Die Treppe ins Obergeschoß des Zuges schaffen wir aber noch gerade so und ein schöner Wandertag klingt bei einer Fahrt durchs Elbtal aus.


Zum schluß gibts noch bissel was Statistisches:

Wandertour als GPX-Datei für Kartenprogramme und kartenfähige GPS-Geräte

2D-Höhenmodell der Wanderung
Software: ©GPS-Track-Analyse
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Wanderkarte
Kartenmaterial: ©Landesvermessungsamt Sachsen, TK 1:25.000
Software: ©MagicMaps GmbH, Sachsen 3D
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